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Als Grundsatz: es geht nicht gibts nicht! Ich kann zwar Empfehlungen abgeben, aber gerade der Bruch von Regeln führt oft zu einem verblüffendem Ergebnis. Ein zartes Lacemuster sieht vielleicht mit dicker Trachtenschurwolle ganz klasse aus. Sei mutig und probier es einfach aus. Laß Dich von Deinem Garnhändler inspirieren! Aber ein paar Grundsätze gibt es leider doch....

Garnqualität:

viele der Lacemuster sehen erst gut aus und erscheinen klar im Tuch, wenn es gespannt wird. Das funktioniert nur mit tierischen Fasern. Also Schurwolle, Merino, Alpaka, Angora, Seide und ähnliches. Diese Fasern sind elastisch genug und bleiben dann auch in der ihnen zugewiesenen Form. Das Spannen ist eine Art "Dauerwelle". Natürlich nur bis zur nächsten Wäsche. ;-)

Soll aber nicht heißen, daß es nicht auch mit anderen Materialien funktionieren würde! Baumwolle kann man auch bis zu einem gewissen Grad spannen. Allerdings hat sie die Tendenz, wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu schrumpfen. Hat man ein weich fließendes Garn, ist Spannen vielleicht auch gar nicht nötig. Gute Erfahrungen habe ich hier mit Mikrofaserwolle und mit Viskose gemacht.

Garnstärke

Nur weil meine Muster mit zarten Garnen gestrickt wurden, heißt das nicht man könnte sie nicht auch mit dickerer Wolle nachstricken! Allerdings werden dann die Tücher sehr groß und auch sehr schwer. Aber bei vielen Mustern können ganze Musterpassagen weggelassen werden. Und was auf dem Foto zart und leicht aussieht, kann mit einem dicken Kuschelgarn ein super warmes Schmusetuch werden?

Das einzige was ich wirklich nicht empfehlen kann sind sämtliche Effektgarne wie Fransengarne, geflammte Wolle oder ähnliches. Das würde sämtliches Muster schlucken. Da braucht man sich die Arbeit nicht machen!

Farben

In der Regel sieht jedes Lacemuster in einfarbiger Wolle gut aus! Aber die mehrfarbigen sind sooo schön! :-) ja, finde ich auch! Zu bunt sollte es allerdings nicht werden, denn sonst schluckt die Farbe das Muster. Muster und Farbe sollten nicht miteinander konkurrieren müssen, das wäre einfach zuviel des Guten und man hätte als Ergebnis nur ein Loch-Farbe-Gemisch, das nur noch durcheinander aussieht. Ich bin immer sehr verblüfft, wenn ich meine Tücher in anderen Farben sehe, denn das Muster sieht dann wiederum ganz anders aus. Eine dominierende Farbe braucht weniger Muster als eine diskrete Farbe. Wenn ich ein Tuch entwerfe, dann habe ich das Garn dafür vor mir liegen. Ich lasse mich von diesem Strang inspirieren. Und entwerfe also "um die Farbe drumrum" das Muster dazu. So kann sich die Schönheit des Garns voll entfalten. Die Fotos geben gute Anhaltspunkte, ob ein Muster nun "diskret" oder "dominant" ist.

Nadelstärke

so blöd das auch klingen mag: man muß sich damit wohlfühlen! In der Regel werden die Tücher schön weich fließend, wenn man 1-2 Nadelstärken größer als angegeben strickt. Sockenwolle, die für NS 2,5 -3 angegeben ist, sieht mit 4,5er Nadeln ganz anders aus!

Vorgesehen sind die Anleitungen für Lacewolle und 4er Nadeln, als Durchschnittswert für einen normalen Stricker. Ich selbst stricke sehr locker und benutze für Lacewolle nur 3,5er. Aber ich kenne auch viele, die dafür 4,5er oder sogar 5er Nadeln nehmen. Es gibt also keine klare Anweisung: "Nimm diese Wolle und diese Nadeln!"

Wenn man sich einmal von der Vorstellung verabschieden konnte, daß glatt rechts-Passagen nicht blickdicht sein müssen, hat man schn mal die halbe Miete;-) Tücher sollten anschmiegsam und weich fließend werden. Ein "Brett" kann man sich nicht um den Hals wickeln.