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Provisorische Anschläge

Jedes Mal wenn Stolen aus der Mitte heraus angefangen werden, stellt sich die Frage: „Wie mach ich das, ohne dass man es sieht?“
Natürlich kann man einen ganz normalen Anschlag machen und dann aus diesem Anschlag für die andere Richtung wieder Maschen aufnehmen. Das hat aber leider zwei entscheidende Nachteile: A) man sieht es und B) es ist nicht so elastisch wie das gestrickte. Man wird nach dem Spannen immer eine „Taille“ in der Stola haben. Das will man nicht wirklich.
Es gibt zwei relativ einfache provisorische Anschläge: den gehäkelten und den gestrickten. Beide sind vom Prinzip her gleich bis auf die Maschenaufnahme aus dem Anschlag. Das entfällt bei dem gestrickten. Ich empfinde den gestrickten einfacher und erkläre diesen jetzt mal.
Anschlag über die Maschenzahl, die später benötigt wird. Welcher Anschlag hier benutzt wird ist wurscht, der wird ja sowieso wieder aufgeribbelt. Also einfach so Maschen anschlagen, wie man das gewohnt ist. Aber auch hier ist wichtig: locker anschlagen und in einem kontrastfarbigen Garn.
 Ich hoffe mal, dass jeder weiß wie ein Anschlag auf der Nadel aussieht, fotografiert habe ich es trotzdem:

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Ich bewundere ja immer diejenigen, die Maschen wirklich kerzengerade auf der Nadel haben. Meine sehen eben etwas durcheinander aus. Bitte also meine wirklich makellose Bambusnadel bewundern, nicht meine Maschen. Wir zählen nach: 10 Maschen. Das reicht nicht für eine komplette Stola, soll aber auch nur als Anschauung dienen.
So, und nun wird mit dem Tuchgarn munter drauf los  gestrickt. Den Anfangsfaden nicht verknoten! Die erste Reihe ist eine linke Rückreihe.Wer sich etwas unsicher ist, sollte in der allerersten Reihe eine Lebenslinie einbauen. Aber in einer anderen Farbe als der provisorische Anschlag, sonst kommt man völlig durcheinander.


provanschl


so, wir haben also eine hübsche halbe Stola genadelt und nun kommt das Wunderwerk des provisorischen Anschlags. Die Stricknadel wird unter jedem ersten Schenkel der Tuchmasche hindurchgeführt und über den zweiten Schenkel der selben Masche obendrüber:


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Der Anschlag kann uns dabei völlig egal sein, wir brauchen ja nur das Tuch. Also weg damit!
Wieder haben wir nun alle Maschen auf der Nadel:


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Falls das nicht so ist, wäre das ein fataler Fehler! Also lieber zweimal nachzählen bevor eine Masche irgendwo abhaut. Erst wenn man sich ganz sicher ist, den Anschlagsfaden aus dem Gestrick ziehen.
Jetzt können wir die zweite Hälfte der Stola zuende stricken. Hier ist die erste Reihe rechts. Merke: wenn beide Tuch-Anfangsfäden auf einer Seite sind, kann gar nichts schief gelaufen sein.


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Die beiden Anschlagsfäden können im Rand gut verstochen werden und fallen später überhaupt nicht auf. War doch gar nicht so schwer, oder?